Die schönsten Trödelmärt in Paris
Am ersten Septemberwochende jeden Jahres steht ganz Lille im Zeichen der "Puces", wie die Flohmärkte in Frankreich genannt werden. Hier findet der größte Flohmarkt Europas statt, der die ganze Innenstadt in Anspruch nimmt: er zieht sich über 20 km Straße in die Länge!

Der Flohmarkt von Saint-Ouen (französisch Marché aux Puces de Saint-Ouen oder auch Marché aux Puces de Clignancourt) im Norden von Paris gilt als der größte Flohmarkt der Welt. Er ist in einem eigenen Viertel angesiedelt und bedeckt etwa 70.000 m2 Standfläche mit rund 3000 Ständen und Geschäften. Schwerpunkte der gehandelten Waren sind Möbel, Haushaltswaren, Teppiche, Trödel aller Art und preisgünstige Kleidung und Schuhe.
Der Markt besteht aus etlichen Teilmärkten; die Märkte für Endabnehmer sind jedes Wochenende von Samstag bis Montag geöffnet und verzeichnen rund 5 Millionen Besucher pro Jahr.

Ende des 19. Jahrhunderts durchstreiften Sammler und arme Leute die Straßen von Paris, um Übriggebliebenes zu sammeln. Das wurde erschwert, als der Präfekt Eugène Poubelle 1883 in der Stadt Mülltonnen einführte. Lumpensammler durften sie dann nur noch in den frühen Morgenstunden durchsuchen. Die bürgerlichen Kreise waren nicht davon angetan, dass das Sortieren und Aufbereiten der Lumpen in der Stadt betrieben wurde; deshalb entschloss sich die Stadtverwaltung, die Sammler aus Paris zu vertreiben.
Diese ließen sich daraufhin direkt vor der Stadt nieder, und zwar zwischen der Stadtmauer und dem Dorf Saint-Ouen auf einem Gelände, das zu dieser Zeit eine unbebaute Militärzone war.
Das Gebiet war Teil von „La Zone“, einem etwa 250 m breiten, nicht bebauten Streifen entlang der Thiersschen Stadtbefestigung. Diese war der letzte 1844 fertiggestellte Mauerring um Paris. Die Befestigungsanlagen zwischen dem Dorf Saint-Ouen und der Porte de Clignancourt wurden 1919 abgerissen.
Mit der Zeit verkauften die Sammler ihren Trödel immer an den gleichen Plätzen, bis der Bürgermeister von Saint-Ouen 1885 den Händlern einen festen Platz zuwies. Das kann auch als das Gründungsjahr des Marktes angesehen werden.[8] Damit ist dieser Markt einer der ältesten Flohmärkte überhaupt. Einige sagen, die Bezeichnung Flohmarkt sei ebenfalls hier entstanden, denn Lumpenhändler hatten schon früh alte Kleidung aufgekauft und wieder verkauft. Da die hygienischen Bedingungen schlecht waren, hatten sich auch Flöhe in der Kleidung eingenistet. Nach einer besonders großen Flohplage hätten die Verantwortlichen die Sammler in den Norden von Paris verbannt und den Markt scherzhaft „Markt der Flöhe“ (Marché aux Puces) genannt.
Zwischen 1985 und 1995 wurde der Markt reorganisiert und die Gebäude wurden verbessert. Dadurch verschwanden einige Märkte, dafür wurden neue moderne und professionelle Gebäude und damit deren Märkte geschaffen: 1989 wurde der Markt „Malassis“ eröffnet, der Antiquitätenhändlern vorbehalten ist. 1991 folgte der Markt „Dauphine“; er bietet auf zwei Etagen Kunst, Teppiche, antike Einrichtungsgegenstände und alte Schallplatten an.
Auf vielen Antiquitätenmärkten wie dem Marché Vernaison, dem Marché Dauphine, dem Marche Paul Bert oder dem Marché Jules Vallès und in vielen traditionellen Handwerksläden werden antike Möbel, Kunstgegenstände, Bücher, Paris Antiquitäten und allerlei Kuriositäten angeboten.
Anläßlich dieses Ereignisses wird die Stadt während dieses Wochenendes von über einer Million Besuchern aus aller Welt gestürmt. Vom Schnürsenkel bis zur kompletten Einrichtung im Stile des Schlosses von Versailles kann der wortgewandte und betuchte Käufer alles finden, was sein Herz begehrt.
Das Strassenlabyrinth mit seinen vielen Antiquitätenläden und Markthallen lädt dazu ein, stundenlang über die Strassenmärkte in der Rue des Rosiers, Rue Jean-Henri Fabre und Rue Paul Bert zu schlendern.
Nach einem Besuch des Flohmarktes kann man sich bei einem Kaffee in einem zahlreichen Cafés, Bars oder Bistrots entspannen und dem bunten Markttreiben in der Rue Lecuyer und der Rue Marceau zuschauen.


















