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"Flohmarkt Murtal" als Protest gegen das Wegwerfen

„Flohmarkt Murtal“, wo über 7600 Fans Waren anbieten.

Foto © Sarah Ruckhofer

Schnäppchenjägerin aus Leidenschaft: Sabine Pressler aus Knittelfeld betreibt die Seite „Flohmarkt Murtal“, wo über 7600 Fans Waren anbieten. Über den Siegeszug des Gebrauchten.

Duschwände, Fernseher, künstliche Fingernägel, Spielzeug, Staubsaugerbeutel, Schmuck, bemalte Ostereier, Computerspiele und haufenweise Kleidung – es gibt (fast) nichts, was es auf der Facebook-Seite „Flohmarkt Murtal“ nicht gibt. Über 7600 Flohmarkt-Liebhaber aus ganz.....  

....Österreich machen die Seite zu eine der erfolgreichsten ihrer Art in der gesamten Steiermark. Dahinter steckt eine Frau, die in der Szene bekannt ist wie der sprichwörtliche bunte Hund: Sabine Pressler aus Knittelfeld, eine Schnäppchenjägerin, wie sie im Buche steht.

Liebe zu Gebrauchtem

„Ich weigere mich mittlerweile, Möbel oder Accessoires neu zu kaufen. Wenn ich 50 Euro für eine komplette Wohnwand zahle, die neu das Fünffache kostet, freue ich mich – und der Verkäufer gleich mit, weil er ein sperriges Teil ohne Aufwand loswird“, so die junge Mutter. Von der Couch über den Tisch bis zu den Vorhängen, über 90 Prozent ihrer Wohnungseinrichtung hat Pressler kostenlos oder günstig bekommen.

Die Liebe zur Second-Hand-Ware teilt sie mit Tausenden anderen. Täglich werden auf „Flohmarkt Murtal“ Waren angeboten, oft sind es Hunderte pro Woche. Im Gegensatz zu Flohmärkten in der realen Welt bieten im Netz vor allem junge Leute ihre Waren feil. Ein Trend, der insbesondere auf eines zurückzuführen ist: Scham. „Als ich vor zehn Jahren das erste Mal auf einem Flohmarkt war, habe ich mich wahnsinnig geschämt und gehofft, dass mich niemand erkennt. Ein völliger Blödsinn“, lacht Pressler. Im Internet ist die Hemmschwelle eine andere, der Aufwand geringer. Das aufwendige Einpacken der Waren fällt ebenso weg wie die Anfahrt zu Flohmärkten und die Standgebühr.

 

Geschäft rentiert sich

Das Geschäft mit dem Gebrauchten rentiert sich, auch wenn die Preise lächerlich niedrig sind. „Die Leute wollen fast nichts mehr zahlen. Je billiger, desto besser die Verkaufschancen.“ Wer sich wie Sabine Pressler um kostenlose Waren bemüht, auf Qualität achtet und große Mengen absetzt, kann mit Flohmarkt-Waren durchaus Geld machen. „Aber freilich darf man den Aufwand nicht rechnen. Ohne Leidenschaft geht gar nichts.“ Mehr als das verdiente Geld spornt Pressler der Reiz an, immer wieder interessante Stücke für sich selbst zu entdecken. „Es ist fast immer was für unsere Wohnung dabei, oder für meine Tochter. Babybedarf, Schwimmflügel, Gewand, Spielzeug – das ganze Zeug ist ja normal nicht billig.“

Wegwerfgesellschaft

Wichtig ist Pressler die Qualität ihrer Waren: Mangelhaftes wird ohne Kompromisse verschenkt, neuwertige Ware verpackt und etikettiert. Die diversen Artikel bekommt die Knittelfelderin geschenkt: „Ich habe einen Rundruf an alle Bekannten gestartet. Wir leben ohnehin in einer Wegwerfgesellschaft, da ist so eine Nutzung ja viel sinnvoller.“

Hunderte Artikel hat sie allein seit dem Vorjahr verschenkt – um Platz zu schaffen. „Ich habe 2015 eine eigene Boutique eröffnet, leider wurde das Haus zum Verkauf ausgeschrieben und ich stand mit einem Berg an Waren da.“ Nun läuft der Vertrieb wieder großteils online, über diverse Verkaufsportale und Facebook. Im sozialen Netzwerk verbringt die karenzierte Verkäuferin Stunde um Stunde: Jeder einzelne Beitrag auf „Flohmarkt Murtal“ wird von ihr kontrolliert – ein nicht zu unterschätzender Aufwand. „Ich habe heuer die Notbremse gezogen und klare Regeln eingeführt. Zudem gibt’s zwei neue Seiten für Autos sowie Möbel und Wohnungen. Es war zu unübersichtlich.“ Neben den Beiträgen muss die Seiteninhaberin auch Kommentare überprüfen, „und da geht’s oft heftig zu, die Leute beschimpfen zum Beispiel einen Verkäufer, weil er ein Produkt zu teuer anbietet“.

"Blut geleckt"

Verkaufsschlager sind laut Pressler Kindergewand und Spielzeug, nur zäh verkaufen sich Bücher. „Aber wenn der Preis passt, kannst du alles verkaufen.“ Eben sind fünf Säcke voll mit Handtüchern und Vorhängen hereingekommen – teilweise noch mit Etikett. Das eine oder andere Teil landet bei Familie Pressler im Kasten, der Rest wandert in die Flohmarkt-Gruppe. „Man hat einfach eine Freude mit solchen Schnäppchen. Der Käufer, aber auch der Verkäufer. Wer einmal Blut leckt, der kommt wieder.“

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Dies bedeutet, dass auch teils unbewusste Prozesse wie Mimik und Gestik sowie Motor-Mimikry als Feedback zu klassifizieren sind.

  Flohmarkt Termine 2020

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